Samstag, der 06. Juni:

Der erste Weg am frühen Morgen führt mich zur Basilika San Francesco, zur Grabstätte des Hl. Franz von Assisi. Es ist abgesperrt. Eine italienische Pilgergruppe hält eine interne Messe ab. Ich lausche davor, obwohl ich nichts verstehe. Vor der hl. Kommunion wird die Absperrung beseitigt, und ich freue mich darüber, hier... an diesem besonderen Ort die hl. Kommunion empfangen zu dürfen, gleich als Einstieg. Inzwischen habe ich gelernt die Rituale zu deuten. Auch ohne die Worte zu verstehen ist mir klar, was gerade bei der Messe Thema ist. Es hat etwas Vertrautes und läuft überall gleich ab. Ich verspüre den starken Wunsch Italienisch zu lernen. Angefangen habe ich bereits damit. Beim nächsten Mal werde ich wörtlich mehr verstehen.

Die Basilika San Francesco

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Die Vesper in San Damiano und das Musical "Chiara di Dio", immer - wenn ich in Assisi bin, tragen mich durch die Abendstunden.

Sonntag, der 07. Juni:

Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Um 06:00 Uhr verlasse ich das Appartement und begebe mich auf den einstündigen Fußmarsch durch Assisi, bis zum Bahnhof, durch die menschenleeren Gassen.
Ich fahre mit dem Zug nach Spello, 8km von Assisi entfernt, dem nächsten Ort, zur „Infiorate di Spello“.
In der vergangenen Nacht haben hier Menschen Blütenbilder auf den Gehwegen des ganzen Ortes angelegt.
Prachtvolle Kunstwerke, über die nach wenigen Stunden die Fronleichnamsprozession ziehen wird.
Wundervoll erschaffen und der Vergänglichkeit preisgegeben.
Einfach nur staunend die wundervollen Blütenbilder betrachten.
Gott möge den Weg segnen, auf dem ich jetzt gehe.

Infiorate di Spello

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Am frühen Nachmittag fahre ich mit dem Zug nach Assisi zurück.

Ganz in der Nähe des Bahnhofes befindet sich die Basilika Santa Maria degli Angeli,
wo ich die Nachmittagsstunden vor der Portiunkula im Gebet verbringe,
ein Ort, an dem ich mich dem Hl. Franziskus sehr nahe fühle und gerne verweile, wo Franziskus mit seinen Brüdern gelebt hat.

„Meine Brüder, seht zu, dass ihr diesen Ort niemals verlässt,
denn er ist wahrhaft heilig und eine Wohnstätte Gottes!“
Hl. Franziskus

Am Abend besuche ich wieder die Vesper in San Damiano.

Basilika S. Maria degli Angeli und Portiunkula

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Montag, der 08. Juni:


Frühmorgens begebe ich mich auf den Weg zur Einsiedelei Carceri, vorbei am Dom San Rufino gehe ich am Straßenrand entlang nach Carceri. Den Wanderweg kenne ich bereits. Den steinigen, recht steilen Franziskusweg werde ich beim Runtergehen nehmen. Ursprünglich wollte ich nach Carceri auf den Monte Subasio, aber der Wetterbericht hat Gewitter am Nachmittag angesagt, so traue ich mich nicht diesen unbekannten, steilen Weg nach oben zu gehen, denn ich sollte auch wieder runter, dann eben beim nächsten Assisi Besuch.

Der frühe Aufstieg lohnt sich. Da habe ich gerne auf das Frühstücksbüfett im Hotel verzichtet, um hier an diesem Ort, wo Franziskus und seine Brüder sich in die Stille zurückgezogen haben, auch etwas von dieser äußeren und inneren Stille erfahren zu dürfen, in der frühen Morgenzeit, ohne Menschenansammlungen.

Die Einsiedelei Carceri

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Nach dem Abstieg von der Einsiedelei begebe ich mich am späten Nachmittag zur Basilika Santa Chiara. Hier befindet sich das Original des San Damiano Kreuzes, wodurch Gott zu Franziskus sprach. Die Ikone wurde von einem syrischen Mönch im 12. Jahrhundert gemalt und befindet sich auch in meinem Gebetsraum zuhause.

Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir echten Glauben,
gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe.
Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle,
den Du mir in Wahrheit gegeben.
Amen

Am Abend besuche ich die Vesper in der Basilika Santa Chiara, die auch für Mitbetende offen ist. Am Anfang noch irgendwie befremdlich, denn eine Ordensschwester der Klarissen, die hier sehr zurückgezogen und kontemplativ leben, spricht nicht sichtbar, durch den Lautsprecher, eine andere Ordensschwester stimmt in der hintersten Bankreihe in die Gesänge mit ein, die sich sehr erhebend anhören. Vorne ist der Blick frei auf die Ikone, ansonsten steht niemand im Mittelpunkt, der die Vesper leitet. So bleibt die Konzentration ganz auf die Ikone und Jesus Christus ausgerichtet. Ich finde die Vesper sehr inspirierend, mit den erhebenden Gesängen.

Die Basilika Santa Chiara

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Dienstag, der 09. Juni:

Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Taxi zum Bahnhof. Mit dem Zug fahre ich nach Florenz, wo ich um die Mittagszeit ankomme. Die nächsten Stunden, bis 22:00 Uhr werde ich in dieser wunderschönen Stadt verbringen, bevor mich der Nachtzug wieder zurück nach Innsbruck und Dornbirn bringt. Das Gepäck gebe ich am Bahnhof auf. Es macht sich bezahlt, dass ich einen großen Koffer mit viel Stauraum dabei habe, denn da stopfe ich jetzt alles was sich in meinem Rucksack befindet mit hinein, weil die Abgabe sich nach Gepäckstücken richtet und nicht gerade preisgünstig ist.

Meine Tour beginnt bei der Basilika Santa Maria Novella, gleich neben dem Bahnhof und geht weiter zum Dom von Santa Maria del Fiore, der viertgrößten Kirche der Welt. Weiter geht`s mit einem Spaziergang am Arno entlang. Um 17:00 Uhr denke ich…. eine Kirche schaffe ich noch. Ich nehme die Basilika San Lorenzo. Dort angekommen stelle ich leider fest, dass die Kirche bereits geschlossen ist. So ruhe ich ein wenig auf dem Platz vor der Kirche aus.

Florenz

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Genug der Besichtigung, ich sehne mich nach Ruhe, denn in Florenz komme ich mir vor, wie die Ameise im Ameisenhaufen. Unglaublich viele Leute befinden sich hier auf den Wegen.
So betrete ich ein ganz kleines, unscheinbares Kirchlein, welches auf dem Weg liegt. Erst hinterher erfahre ich anhand meines Stadtplanes, dass die Kirche Santa Maria Maggiore heißt, wie die Kirche in Rom, wo die Prozession an Fronleichnam hingezogen ist.
Ruhig und still ist`s im Innenraum und angenehm kühl, ohne Touristentrubel, und ohne es zu wissen, fängt um 18:00 Uhr eine Abendmesse an. So beende ich den Italienaufenthalt wiederum mit einer Messe, incl. Kommunionempfang, was ich als sehr schön empfinde. Ich fühle mich von Gott geführt.
Ich gehe zurück zum Bahnhof, hole mir ein Stück Pizza, lege mich auf die Wiese und betrachte den turbulenten Wolkenhimmel, bevor mich der Nachtzug zum Einsteigen ruft.

Dies war der letzte Teil, danke fürs Mitgehen!

Gelobt seist du, mein Herr.....